Weltweit gibt es Millionen von Menschen, die ihren Tag mit einer heißen Tasse Kaffee beginnen. Dieser Tasse folgen auf der Arbeit weitere Tassen, denn das „schwarze Gold“ macht uns wach und gibt neue Energie. Vielleicht schlürfst du genau in diesem Moment auch an einem Kaffee 😉

Es liegt auf der Hand. Kaffee enthält ein Stimulans – Koffein! Die meisten von uns glauben, dass Koffein uns den nötigen Schub gibt, den wir brauchen um loszulegen und den ganzen Tag weiter machen zu können.

Die große Kaffeedebatte

Mehrere Studien zeigen die erhöhte Aufmerksamkeit von Kaffekonsumenten. So auch eine US-Studie aus dem Jahr 2018 bescheinigte den Genuß von Kaffe unter den Angestellten als förderlich. Dabei spielt das Koffein eine entscheidende Rolle.

Koffein – so ist die Studie aus den USA zu verstehen -, verhilft Menschen zu mehr Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit zu kontroversen Diskussionsthemen. Auf der anderen Seite wäre eine morgendliche Gymnastikeinheit genauso förderlich. Gut ist dennoch zu wissen, dass dein Kaffekonsum auf der Arbeit förderlich ist.

Dieses „Doping“ lässt mit den oben genannten Kenntnissen andere Berufszweige besser als ihr Ruf dar stehen. Spontan fallen mir Erzieherinnen mit ihren bunten Kaffebechern ein – gut, dass sie zu Mittel für eine erhöhte Aufmerksamkeit greifen. Genauso Bauarbeiter, die vermutlich ohne Kaffee nicht ganz so produktiv wären.

Kehrseite der Medaille

So wie mit allen Dingen gibt es auch beim Kaffetrinken auf der Arbeit eine Kehrseite. Die Effekte des Kaffeekonsums sind langanhaltend und können daher zu erhöhtem Blutdruck und Adrenalinspiegel führen. Zudem wird der Schlafrhythmus gestört. Mangelnder und ungesunder Schlaf mindert bekanntlich die Produktivität.

Bei Personen mit chronischen Schlafstörungen kann dies sogar den Effekt vergrößern, so ist diese Person weniger produktiv und somit auch anfälliger für Fehler oder sogar anfällig für Unfälle.

Zu allen Übels trinken wir Kaffee auch gerne noch mit ungesunden Snacks wie Donuts, Franzbrötchen oder anderen zuckerhaltigem Gebäck, wodurch der Blutzuckerspiegel weiter steigt. Das Energieniveau nimmt zwar für eine gewisse Zeit zu, darauf folgt jedoch unvermeidlich der Absturz.

Wie kann ich die Produktivität und Aufmerksamkeit ohne Nebenwirkungen steigern?

Während eine gelegentliche Tasse Kaffee wahrscheinlich in Ordnung ist, kann man mit Sicherheit sagen, dass übermäßiger Konsum wahrscheinlich keine gute Idee ist.

Als Arbeitgeber ist es ratsam nicht den Kaffeevollautomaten zu verstecken, sondern die Mitarbeiter über gesunde Ernährung zu informieren und auf Gefahren hin zu sensibilisieren. Auf diese Weise wird das Arbeitsklima, die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter langfristig verbessert.

Tricks in der Firmenkantine

Größere Firmen möchte bezüglich der Gesundheit und der damit einhergehenden Produktivität der Mitarbeiter nichts dem Zufall überlassen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in Firmenkantinen ständig neue Forschungsergebnisse direkt umgesetzt werden. Hier ist eine kleine Auswahl:

  • Es fängt bei der Auswahl der Teller für das Essen an. Bietet man seinen Mitarbeitern zwei verschiedene Tellergrößen an und zeichnet sie kenntlich aus – in Verbindung mit den Fakten, dass größere Mittagsessenteller zu einem erhöhtem Verzehr führen -, so wählen über 30 Prozent den kleineren Teller.
     
  • Bei Google in der Kantine befindet sich die Salatbar direkt am Eingang der Firmenkantine, denn Forschungen haben ergeben, was die Belegschaft zuerst sieht, wird auf den Teller gefüllt. Dementsprechend ist der Nachtisch immer weit hinten mehr oder weniger versteckt.
  • Der obligatorische „Pausenraum“ -Kühlschrank stellt Wasser in Flaschen auf Augenhöhe und stellt zuckerhaltige Erfrischungsgetränke in ein unteres Regal. Diese kleine Verschiebung der Platzierung erhöhte die Wasseraufnahme um 47%, während die Kalorien aus alkoholfreien Getränken um 7% sanken. (Mit Wasser fühlst du dich besser, da es die Flüssigkeit ist, die dein Körper am meisten braucht!)
  • Eine Studie, die in jedem Supermarkt Anwendung findet zeigt, die Wasseraufnahme der Mitarbeiter steigt enorm (Faktor 0,5), wenn zum Beispiel Wasser- oder Selterflaschen im Firmeneigenen Kühlschrank direkt auf Augenhöhe in ausreichender Anzahl stehen. Umgekehrt stehen Softgetränke weit unten im Kühlregal, damit sie schlechter zu erreichen sind.
  • Google geht mit seinen Mitarbeitern noch einen Schritt weiter und macht sich dem Effekt: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ zu Nutze, indem es Süßigkeiten und zuckerhaltigere Snacks (Schokoriegel, Pudding, Popkorn, Kuchen, etc.) in undurchsichtige Verpackungen oder Dosen steckt. Gesundes Essen (Nüsse, Obst, Puffreis, etc.) wird hingegen in durchsichte Behälter prominent angeboten.

Was ist nun mit einer Tasse heißem Kaffee?

Ich sage nicht, dass du ab nun an auf deinen heißgeliebten Kaffee verzichten sollst. Dieser Artikel soll eher sensibilisieren, seinen Kaffee nicht zur alleinigen Möglichkeit der Produktivitätssteigerung auf der Arbeit zu sehen. Ok, Forscher sagen tatsächlich, Kaffee soll man trinken wenn man darauf Lust hat. Das erwartete „Aber“ folgt zugleich und warnt vor dem Kaffeeverzehr bei zu hohem Cortisolspiegel, dem sogenannten Stresshormon in unserem Körper, der am frühen Morgen den höchsten Wert erfährt.

Am vorteilshaften ist der erste Kaffeegenuß, aus gesundheitlicher Sicht, zwischen 10 und 12 Uhr. Anschließend wieder gegen 14 Uhr und 17 Uhr.

Fazit

Wir halten fest: Unternehmen, die die Gesundheit und das Glück sowie die damit zusammenhängende Produktivität ihrer Mitarbeiter verbessern möchten, wozu nicht nur Google gehört, können mit den oben beschriebenen Tricks das eine oder andere kopieren. Als Mitarbeiter kann man lernen, den eigenen Konsum des koffeinhaltigen Heißgetränks bewusst zu steuern. Dazu zählt in erster Linie nur zu trinken, wenn man von seinen Vorteilen profitieren und seine Nachteile außer Acht lassen kann!

Kaffee auf der Arbeit – Genuss oder Frust?

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